Die Mistel beim Osteosarkom

Einfluss einer adjuvanten Misteltherapie versus orales Etoposid auf das krankheitsfreie Überleben

Longhi et al. 2009, 2014 [153, 154]
Dabei handelt es sich zwei Veröffentlichungen einer Studie, die unter verschiedenen Aspekten in unterschiedlichen wissenschaftlichen Journalen publiziert wurde.

Patient*innen und Methodik

Patient*innen mit Osteosarkom, die nach ihrem zweiten Metastasen entwickelnden Rezidiv operiert und als krankheitsfrei eingestuft worden waren, erhielten in einer randomisierten, offenen, an einem italienischen Studienzentrum durchgeführten Studie entweder subkutan verabreichtes Viscum album fermentatum Pini (Iscador® P) oder oral verabreichtes Etoposid. 

Als primäres Zielkriterium wurde die krankheitsfreie Überlebenszeit (DFS) nach zwölf Monaten definiert, die mit einer historischen Patient*innengruppe (DFS: 20 Monate) verglichen werden sollte.

Ergebnisse

Von 20 Patient*innen, die in die Studie aufgenommen wurden, wurden 9 in die Viscumgruppe und 11 in die Etoposidgruppe randomisiert. In der Mistelgruppe betrug das DFS im Median 39 Monate und in der Etoposidgruppe 4 Monate. Auch entwickelten die Patient*innen in der Viscumgruppe weniger Nebenwirkungen als die Patient*innen in der Etoposidgruppe.

Fazit

Eine Therapie mit Mistelextrakten bewirkte eine Verlängerung der krankheitsfreien Überlebenszeit bei Osteosarkompatient*innen, die ein zweites Rezidiv entwickelt hatten. Trotz der kleinen Patient*innenzahl sind die Ergebnisse wegen ihres großen Unterschiedes zur Kontrollgruppe aussagekräftig. Eine abschließende Absicherung der Wirksamkeit der Misteltherapie bei Patient*innen mit Osteosarkomen soll eine Studie mit einer größeren Fallzahl erbringen.

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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