Die Inhaltsstoffe in Mistelextrakt

Der Gesamtextrakt aus Stängeln, Senker, Blättern und Beeren der Mistelpflanze enthält zahlreiche Inhaltsstoffen:

  • Über 600 verschiedene Eiweißstoffe (Proteine). Das genaue Proteinspektrum hängt davon ab, auf welchem Wirtsbaum die Mistel gewachsen ist.
  • Die wichtigsten misteltypischen Eiweißstoffe sind die zuckerhaltigen Mistellektine. Es gibt insgesamt 20 verschiedene Lektinarten, die im Gesamtextrakt in unterschiedlicher Zusammensetzung enthalten sind.
  • Verschiedene Viscotoxine, die neben den Lektinen zu den wichtigen arzneilich wirksamen Bestandteilen der Mistel gehören.
  • Mehr als 1000 verschiedene Enzyme.
  • Hochkonzentrierte DNS (Desoxyribonukleinsäure, die chemischen Bausteine der Erbsubstanz) – keine andere Pflanze ist so reich an DNS wie die Mistel!
  • Ebenso ungewöhnlich hoch ist der Gehalt an Thiolen, z.B. Glutathion. Das sind schwefelreiche Verbindungen, die in der Mistel tausendfach höher konzentriert sind als in anderen Pflanzen.
  • Über zehn verschiedene Fette (Lipide), darunter Triglyzeride und Wachse sowie Membranlipide.
  • Über zwanzig verschiedene Flavonoide (das sind gelbe, rote und blaue Pflanzenfarbstoffe).
  • Reichlich Kalium und Phosphat.

Der Anteil der Inhaltsstoffe verändert sich im Jahresverlauf und mit den Wirtsbäumen, auf denen die Mistel gewachsen ist. Manche Substanzen reichern sich in Stängeln mehr an, andere in Blättern oder Beeren, in weiblichen Pflanzen mehr als in männlichen oder umgekehrt. Sommer- und Winterextrakt werden deshalb streng nach Wirtsbäumen getrennt miteinander gemischt, um ein ausgewogenes Mistelpräparat zu erhalten. 

Bei der Verarbeitung der Misteln zu Arzneimitteln kommt es also schon darauf an, welche Teile der Mistel geerntet werden, zu welcher Jahreszeit, von welchem Baum und ob es sich vorwiegend um weibliche oder um männliche Pflanzen handelt. 

 

Letzte Aktualisierung: 3. September 2019/AB

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