Unter die Haut spritzen

Anthroposophische Mistelpräparate werden normalerweise zwei- bis dreimal wöchentlich unter die Haut (medizinisch: subcutan, abgekürzt s.c.) gespritzt, anfangs in einer sehr geringen Dosis. Diese wird langsam gesteigert, bis an der Einstichstelle eine Rötung erkennbar ist. Diese Lokalreaktion ist eine quasi erwünschte Nebenwirkung – sie zeigt an, dass das Immunsystem auf die Mistel reagiert.

Größer als vier bis fünf Zentimeter im Durchmesser sollte die Rötung jedoch möglichst nicht sein. Ist sie ausgedehnter, sollte Sie dies mit der Ärztin/dem Arzt besprechen – eventuell ist die Dosis dann zu hoch angesetzt.

Es ist allerdings normal, dass die Lokalreaktion im Verlauf der Therapie abnimmt. Sie kann auch ganz fehlen, ohne dass dies bedeutet, dass die Therapie unwirksam ist. In jedem Fall sollten Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt über die Lokalreaktion und deren Veränderung informieren. Sie kann sich nach einem Wechsel des Präparats oder des Wirtsbaumes erneut oder verstärkt einstellen. 

Den Mistelextrakt aus dem Ampulle auf die Spritze aufzuziehen, erfordert etwas Übung. Am besten probieren Sie es mit einer schon einmal benutzen Ampulle und normalem Leitungswasser aus. Sie werden rasch Übung darin bekommen. Die Kanülen, mit denen der Mistelextrakt gespritzt wird, sind sehr fein – der Pieks beim Einstechen ist kaum zu spüren. 

Nach der Injektion rötet sich die Haut um die Einstichstelle herum und schwillt meist etwas an, möglicherweise juckt sie auch. Das ist keine unerwünschte, sondern eine erwünschte Reaktion – sie zeigt an, dass das Immunsystem reagiert. Größer als ca. 5 cm sollte die Rötung aber nicht werden – sonst ist die Dosis vielleicht zu hoch gewählt. 

Am einfachsten ist es, den Mistelextrakt rund um den Bauchnabel zu spritzen, meist ist dort ausreichend Unterhautfettgewebe vorhanden. Bei sehr schlanken Personen ist der Oberschenkel der bessere Ort. Allerdings sollten Sie nicht immer in dieselbe Stelle stechen, weil dies die Haut zu stark reizen kann. Am Bauch können die Einstichstellen rund um den Nabel herum, am Oberschenkel in Richtung Knie und wieder zurück wandern. 

Wenn die Mistelampullen aus dem Kühlschrank kommen, sollten Sie sie kurz in der Hand anwärmen. Brechen Sie dann die Glasampulle an der vorgesehenen Stelle am sich verjüngenden Teil des Ampullenhalses auf. Durch die Öffnung lässt sich der Inhalt nun leicht auf eine Spritze aufziehen. 

Um die dabei mit aufgesogene Luft zu entfernen, halten Sie die Spritze senkrecht nach oben und drücken den Stempel langsam zur Nadel hin, bis ein Tropfen Flüssigkeit austritt. Dann ist davon auszugehen, dass keine Luft mehr in der Kanüle ist. 

Üben Sie das Aufziehen der Spritze am besten mit normalem Leitungswasser. Das Spritzen selbst können Sie gut an einer Orange oder einem Apfel üben. Und wenn Sie eine Aversion dagegen haben, sich selbst eine Spritze zu geben, können Sie den Partner/die Partnerin oder Freunde darum bitten. Es ist wirklich sehr einfach und tut kaum weh. 

Desinfizieren Sie die Einstichstelle vor der Injektion mit einem Zellstoff-Tupfer mit ein wenig Alkohol. Drücken Sie dann die Haut mit der einen Hand etwas zusammen, sodass sich eine dicke Falte bildet, mit der anderen Hand setzen Sie die Kanüle in einem Winkel von etwa 45 Grad zur Hautoberfläche hin an und schieben Sie in die Haut hinein. Da die Nadel sehr fein und kurz ist, bleibt dieser Vorgang weitgehend schmerzfrei und ist gut zu ertragen. Drücken Sie dann den Ampulleninhalt mit dem Stempel langsam in die Hautfalte. Anschließend ziehen Sie die Nadel heraus. Die gebrauchten Kanülen und Ampullen sammeln Sie am besten kindersicher in einem alten Marmeladenglas mit Schraubdeckel und entsorgen sie später mit dem Hausmüll.

Bitte beachten: Jede Spritze und Kanüle können Sie nur einmal benutzen. Jede Injektion muss frisch aufgezogen und mit einer neuen Nadel bestückt werden.

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

Go to Heaven