Anthroposophische Mistelpräparate

In Deutschland sind insgesamt vier verschiedene anthroposophische Mistelpräparate erhältlich:

  1. abnobaVISCUM®
  2. Helixor®
  3. Iscador®
  4. Iscucin®.

Bei allen Mistelpräparaten handelt es sich um Gesamtextrakte aus der ganzen Pflanze mit vielfältigen Inhaltsstoffen.

Alle Präparate sind in ihrem Herstellungsprozess standardisiert („Prozess-Standardisierung“), um einen weitgehend gleichbleibenden Gehalt an Mistel-Inhaltsstoffen zu gewährleisten. Bei allen Mistelpräparaten handelt es sich um Gesamtextrakte aus der ganzen Pflanze. 

Für den Herstellungsprozess werden die Misteln nach Wirtsbäumen getrennt. Von welchem Baum der Extrakt stammt, ist am Präparatenamen erkennbar. So steht der Buchstabe M für „malus“ (lat. = Apfelbaum), P für „pinus“ (lat. = Kiefer), A für „abies“ (lat. = Tanne), Qu für „quercus“ (lat. = Eiche), um nur die wichtigsten zu benennen.

Die Misteln werden sowohl im Sommer und als auch im Winter geerntet, dabei wird das Verhältnis weiblicher und männlicher Pflanzen berücksichtigt, und je nach Herstellerfirma wird das verlesene Erntegut mit unterschiedlichen Verfahren aufbereitet und später gemischt.

Die Extrakte werden in Serien mit ansteigender Dosierung verabreicht, in Abhängigkeit von der Reaktion der Patient*innen. Die Misteltherapie  ist deshalb immer sehr individuell und folgt keiner pauschalen Norm.

Bei der Mistelernte – hier um die Zeit der Sommersonnenwende – wird auch auf das Verhältnis von weiblichen und männlichen Mistelpflanzen geachtet. 

Im Winter ist die Mistelernte oft ein kleines Abenteuer – vor allem, wenn die üppigen Büsche weit oben in den Bäumen hängen und nur mit einer großen Leiter zu erreichen sind. 

Mistelpräparate sind in speziellen Serienpackungen in jeweils ansteigender Dosierung oder als Sortenpackungen mit gleichbleibender Konzentration konfektioniert. Die Variationsbreite reicht von homöopathischen Verdünnungen (z. B. D30 bei abnobaVISCUM® oder 0,0001 Milligramm bei Iscador®) bis zu hohen Konzentrationen wie beispielsweise 100 Milligramm Extrakt aus 100 Milligramm Mistelfrischpflanze bei Helixor® oder 20 Milligramm bei Iscador®.

Teilweise wird die richtige Dosis bzw. das richtige Präparat nicht nur anhand der Rötung an der Einstichstelle, sondern auch an anderen körperlichen Reaktionen ermittelt, z. B. am Anstieg der Körpertemperatur, an einem Anstieg der Anzahl der Immunzellen im Blut oder einem verbesserten Allgemeinbefinden.

Von welchem Wirtsbaum der Mistelextrakt stammen soll, hängt von der Konstitution der Patientin/des Patienten und von der Krebsart ab. In der Therapie lässt sich beobachten, dass Misteln von verschiedenen Wirtsbäumen unterschiedliche Wirkungsschwerpunkte haben. Diese Unterschiede wurden in den vergangenen Jahren in der Anthroposophischen Medizin intensiv erforscht, mit dem Ergebnis, dass z.B. die Apfelbaummistel häufig bei Brust- und Unterleibskrebs, die Kiefernmistel bei Hautkrebs und Tumoren des Nervensystems angewandt wird.

Grundsätzlich können anthroposophische Mistelpräparate bei nahezu allen Tumorarten eingesetzt werden.

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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