Mistelinjektionen und -infusionen in Körperhöhlen

Mistelpräparate können auch in Körperhöhlen gegeben werden, wenn sich dort von Krebszellen durchsetzte Flüssigkeit angesammelt und sich ein Erguss (z. B. im Brustkorb) gebildet hat, oder wenn der Tumor in einer Körperhöhle wächst, zum Beispiel in der Blase. Oft lässt sich mit einer solchen Anwendung die Anzahl der Krebszellen an diesem Ort verringern bzw. das Wachstum des Tumors bremsen, und ein Erguss kann sich zurückbilden.

Bei manchen Krebsarten, z. B. bei Brustkrebs, kann sich im fortgeschrittenen Stadium ein Erguss im Hohlraum zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleura) bilden. Er ist meist stark mit Krebszellen durchsetzt und kann die Atmung erheblich beeinträchtigen. Im Rahmen einer Punktion, bei der die Flüssigkeit (Exsudat) abgezogen wird, kann ein Teil dieser Flüssigkeit mit höher konzentriertem Mistelextrakt versetzt und danach in den Pleuraspalt zurückgeleitet werden. Mit dieser Behandlung kann sich die Anzahl der Krebszellen verringern, und sie hat noch einen zusätzlichen positiven Effekt: Der Pleuraspalt verklebt, so dass sich nicht mehr so leicht ein Erguss bilden kann. 

Da die Mistelpräparate für diese Anwendungsform bisher nicht zugelassen sind, erfolgt sie immer auf Verantwortung des behandelnden Arztes/der Ärztin. In der Hand von darin erfahrenen Ärzt*innen birgt sie jedoch kaum Risiken.

 

Letzte Aktualisierung: 3. September 2019/AB

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