Die Misteltherapie in klinischen Studien

Die klinischen Studienergebnisse nach Tumorentitäten

Berücksichtigt man die Qualität der einzelnen Studien, ihre Stärken und Schwächen, so ist am besten belegt, dass eine Misteltherapie die Lebensqualität und die Verträglichkeit konventioneller onkologischer Behandlungsverfahren (Chemo-, Hormon-, Antikörpertherapie, Bestrahlungen, Operation) verbessert.

Hinsichtlich der Überlebenszeit zeigte eine prospektiv-randomisierte Studie zum fortgeschrittenen Pankreaskarzinom ein hochsignifikant längeres Überleben unter Misteltherapie [127]. Auch die übrigen Studien zum Überleben weisen in diese Richtung. 

Belegt ist auch, dass durch die Injektion von Mistelextrakten Tumorremissionen induziert werden können. Dies stimmt mit der präklinischen Forschung zur Zytotoxizität und zur Anwendung in Tiermodellen überein. [128]. 

Berichte von Ärzt*innen, die über eine langjährige Erfahrung mit der Misteltherapie verfügen, weisen darauf hin, dass sich die Wirksamkeit noch verbessern kann, wenn die Therapie individualisiert erfolgt. Das betrifft insbesondere die gezielte Wahl und das Justieren von Dosierung, Präparat, Wirtsbaum, Applikationsort und -rhythmus sowie das Hinzunehmen weiterer Interventionen [80].

Zu den anthroposophischen Mistelpräparaten abnobaVISCUM®, Helixor®, Iscador® und Iscucin® liegen derzeit 154 Studien vor (Stand Juli 2019):

  • 34 prospektiv randomisierte klinische Studien (RCTs)
  • 20 prospektiv nicht-randomisierte vergleichende Studien
  • 49 retrospektiv vergleichende Studien
  • 51 Kohortenstudien oder kleine Fallserien (Vorher-Nachher-Vergleich).

Im Ergebnis zeigen 149 von 154 Studien (= 96 Prozent) einen Vorteil für die Misteltherapie. Sie ... 

  • ... verbessert die Lebensqualität und das subjektive Allgemeinbefinden durch Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Normalisierung von Schlaf, Wärmeempfinden und Leistungsfähigkeit sowie durch Anhebung der Stimmungslage und Erhöhung der Initiativfähigkeit [25, 41, 42, 44, 45, 47, 75, 81, 111, 129, 130
  • … erhöhen die Effektivität der konventionellen Tumortherapien [54, 64, 65, 66, 67, 100, 131]
  • ... reduzieren deren Nebenwirkungen mit einer damit einhergehenden besseren Compliance [25, 41, 42, 44, 45, 46, 47, 48, 67, 132]
  • … reduzieren krankheits- oder therapiebedingte Symptome wie z.B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe und Immundepression  [41, 42, 44, 45, 47, 81]
  • … lindern das tumorbedingte Fatigue-Syndrom [41, 42, 44, 45, 47, 81, 82, 103, 133]
  • … lindern tumorbedingte Schmerzen [44, 47, 81
  • … verringern die Krankenhausaufenthaltsdauer [42, 45
  • ... stimulieren die tumorgerichtete Immunantwort sowie nichtspezifische Immunreaktionen [134, 135, 136, 137]  
  • ... können das Wachstum von malignen Zellen hemmen und beugen damit Rezidiven und Metastasen vor [42, 119, 138, 139, 140, 141]
  • ... können unter Umständen die Überlebenszeit verlängern [41, 42, 45, 100, 111, 138, 142, 143, 144]

Wir haben uns bei der Auswahl der hier besprochenen Studien auf die seit 2004 publizierten und diejenigen mit der höchsten klinischen Relevanz beschränkt.

Zurzeit erarbeiten wir eine tabellarische Übersicht für alle bislang publizierten Studien zur Misteltherapie, die in absehbarer Zeit hier veröffentlicht werden soll. 

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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