Misteltherapie bei Blasenkrebs

Blasenspülungen mit Mistel
In einer einarmigen Dosiseskalationsstudie [149] wurde geprüft, welche Höchstdosis noch tolerabel, sicher und effektiv ist, wenn ein Eschenmistel-Extrakt (hier: abnobaViscum Fraxini) sechs Wochen lang einmal wöchentlich in ansteigender Dosierung in die Blase eingeleitet wird, um einen Rückfall zu vermeiden.

Eingeschlossen wurden 36 Patient*innen mit Blasenkrebs, der noch nicht in die Blasenmuskulatur eingewachsen war. Die in der Blase vorhandenen Tumore waren jeweils zuvor über einen Eingriff durch die Harnröhre entfernt und nur ein "Markierungs-Tumor" zurückgelassen worden, um zu prüfen, wie dieser auf die Mistelspülungen reagiert. Dieser Markierungs-Tumor wurde zwölf Wochen nach Beginn der Misteltherapie ebenfalls entfernt und feingeweblich untersucht. Der sechswöchigen Behandlungsphase schloss sich eine Beobachtungsphase von einem Jahr an, während der alle zwölf Wochen eine Blasenspiegelung und Laboruntersuchungen gemacht sowie der Allgemeinzustand erfasst wurden. 

Es zeigte sich bis zum Erreichen der Maximaldosis von 675 Milligramm Mistelextrakt pro Spülung keine dosisbegrenzende Reaktion. Neben Lokalreaktionen gab es Hinweise auf Fieber, das ebenso wie alle Nebenwirkungen gut zu beherrschen war. Bei über der Hälfte der Patient*innen (55,6 Prozent) zeigten die Blasenspülungen nach zwölf Wochen auf den Markierungstumor gute Ansprechraten, sodass sich der Markierungs-Tumor entweder verkleinerte bzw. gar nicht mehr nachweisbar war. 

Nach einem Jahr war bei 26,3 Prozent der Patient*innen ein Rückfall zu verzeichnen. Das entspricht der zu erwartenden Rate, die auch bei den sonst üblichen konventionellen Therapien anzunehmen ist. Näheres zu dieser Studie können Sie hier nachlesen. 

 

Letzte Aktualisierung: 16. Juni 2020/AB

Folgestudie in Arbeit

Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse bei Blasenspülungen mit hochdosiertem Eschenmistel-Extrakt bei oberflächlichem Blasenkrebs wurde eine prospektive, multizentrische, zweiarmige, randomisierte Studie begonnen [150]. Beteiligt sind 31 urologische Zentren in Deutschland und eines in Kairo. Eine Übersicht dazu findet sich in einer Veröffentlichung der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie. Hauptstudienziel ist die Zeit, bis erneut ein Tumor auftritt. Zusätzlich wird geprüft, wie sicher und verträglich die Therapie ist, mit welcher Wahrscheinlichkeit nach einem Jahr ein Rezidiv auftritt oder die Krankheit fortschreitet, ob sich der Tumor in seiner Aggressivität verändert und wie sich Lebensqualität entwickelt. 

Die Misteltherapie wird mit einer Standardtherapie (Mitomycin) verglichen. Die Nachbeobachtungszeit beträgt zwölf Monate. Es sollen insgesamt 546 Patient*innen eingeschlossen werden. Wenn zwei Drittel der Patient*innen die zweijährige Studienzeit (ein Jahr Therapie, ein Jahr Follow-up) erreicht haben, ist eine Zwischenauswertung geplant. Zeigt sich, dass eine der beiden Therapien deutlich mehr Erfolg hat als die andere oder dass die Misteltherapie keine Vorteile bringt, wird die Studie vorzeitig beendet und das Ergebnis veröffentlicht. Näheres zu dieser Studie können Sie hier nachlesen. 

 

Letzte Aktualisierung: 16. Juni 2020/AB

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