Misteltherapie bei Blasenkrebs

Zu dieser Tumorart sind in letzter Zeit drei Studien/Untersuchungen zur Misteltherapie bei Blasenkrebs vorgenommen worden: 

Subkutane Misteltherapie
In einer Fallserie wurden 11 Patient*innen mit konventionell behandeltem Blasenkrebs untersucht, die sich einer Hochdosis-Misteltherapie mit Spritzen unter die Haut unterzogen hatten. Daraus geht hervor, dass eine Misteltherapie – hier mit Iscucin® Salicis (Weidenmistel) – vermutlich die Anzahl der Rückfälle verringern kann. 

Blasenspülungen mit Mistel
In einer anderen Studie wurde geprüft, welche Höchstdosis noch tolerabel, sicher und effektiv ist, wenn ein Eschenmistel-Extrakt (hier: abnobaViscum® Fraxini) sechs Wochen lang einmal wöchentlich in ansteigender Dosierung in die Blase eingeleitet wird, um einen Rückfall zu vermeiden.

Eingeschlossen wurden 36 Patient*innen mit Blasenkrebs, der noch nicht in die Blasenmuskulatur eingewachsen war. Die in der Blase vorhandenen Tumore waren jeweils zuvor über einen Eingriff durch die Harnröhre entfernt und nur ein "Markierungs-Tumor" zurückgelassen worden, um zu prüfen, wie dieser auf die Mistelspülungen reagiert. Dieser Markierungs-Tumor wurde zwölf Wochen nach Beginn der Misteltherapie ebenfalls entfernt und feingeweblich untersucht. Der sechswöchigen Behandlungsphase schloss sich eine Beobachtungsphase von einem Jahr an, während der alle zwölf Wochen eine Blasenspiegelung und Laboruntersuchungen gemacht sowie der Allgemeinzustand erfasst wurden. 

Es zeigte sich bis zum Erreichen der Maximaldosis von 675 Milligramm Mistelextrakt pro Spülung keine dosisbegrenzende Reaktion. Neben Lokalreaktionen trat teilweise Fieber auf, das aber gut zu beherrschen war. Bei über der Hälfte der Patient*innen (55,6 Prozent) war der Markierungs-Tumor verschwunden. Das entspricht den Remissionsraten, die mit Blasenspülungen mit Zytostatika wie z.B. Mitomycin zu erreichen sind. Die Misteltherapie hat aber deutlich weniger und weniger schwerwiegende Nebenwirkungen.

Nach einem Jahr war bei 26,3 Prozent der Patienten ein Rückfall zu verzeichnen. Das entspricht der zu erwartenden Rate, die auch bei anderen Therapien anzunehmen ist. Näheres zu dieser Studie können Sie hier nachlesen. 

Folgestudie in Arbeit

Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse bei Blasenspülungen mit hochdosiertem Eschenmistel-Extrakt bei oberflächlichem Blasenkrebs wurde eine prospektive, multizentrische, offene, zweiarmige, randomisierte Studie begonnen. Beteiligt sind 31 urologische Zentren in Deutschland und eines in Kairo. Eine Übersicht, was geplant ist und wo, findet sich in einer Veröffentlichung der Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie. Hauptstudienziel ist die Zeit, bis erneut ein Tumor auftritt. Zusätzlich wird geprüft, wie sicher und verträglich die Therapie ist, mit welcher Wahrscheinlichkeit nach einem Jahr ein Rezidiv auftritt oder die Krankheit fortschreitet, ob sich der Tumor in seiner Aggressivität verändert und wie sich Lebensqualität entwickelt. 

Die Misteltherapie wird hier mit der Standardtherapie mit Mitomycin verglichen. Die Nachbeobachtungszeit beträgt 12 Monate. Es sollen insgesamt 546 Patienten eingeschlossen werden. Wenn zwei Drittel der Patienten die zweijährige Studienzeit (ein Jahr Therapie, ein Jahr Follow-up) erreicht haben, ist eine Zwischenauswertung geplant. Zeigt sich, dass eine der beiden Therapien deutlich mehr Erfolg hat als die andere oder dass die Misteltherapie versagt, wird die Studie vorzeitig beendet und die Ergebnisse veröffentlicht.

Es ist die weltweit erste Studie, in der ein Mistelpräparat mit einer herkömmlichen Standardtherapie bei Blasenkrebs verglichen wird. Näheres zu dieser Studie können Sie hier nachlesen. 

 

Letzte Aktualisierung: 2. September 2019/AB

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