Misteltherapie bei Kindern

Mistelpräparate haben keine Zulassung für den Einsatz im Kindesalter. Zur Anwendung von Mistelpräparaten bei Kindern und Jugendlichen mit hämatoonkologischen Erkrankungen, komplementär zur Standardtherapie, gibt es in Deutschland jedoch eine inzwischen über 40-jährige klinische Erfahrung. Auch Daten aus einer prospektiven, multizentrischen klinischen Studie, die zwölf kinderonkologische Zentren an Universitätskliniken eingeschlossen hat, zeigen, dass die Misteltherapie bei Kindern sicher ist [169]. 

Viele Eltern wollen ihrem Kind nicht noch mehr Schmerzen durch die subkutane Applikation eines Mistelpräparates zumuten. Die klinische Erfahrung zeigt aber, dass der minimal schmerzhafte Reiz einer subkutanen Injektion auch bei kleinen Kindern gut vertretbar ist, sofern Ärzt*innen und Eltern hinter dieser Applikationsform stehen. Für die Injektion stehen heute kurze und sehr dünne (30 G) Nadeln zur Verfügung, die von den Eltern gut gehandhabt werden können.  

Die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke ist ein Kinderonkologisches Zentrum und arbeitet innerhalb des nationalen Netzwerkes der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie/Hämatologie (GPOH). Zusätzlich zur konventionellen Therapie auf Basis von nationalen Behandlungsrichtlinien wird die Therapie mit pharmakologischen und nichtpharmakologischen integrativmedizinischen Interventionen ergänzt, hauptsächlich mit Mitteln und Verfahren aus der Anthroposophischen Medizin. Dazu gehören anthroposophische Medikamenten, vor allem Mistelpräparate, sowie weitere nicht-medikamentöse Therapien, wie zum Beispiel Heileurythmie, Musik- und Maltherapie, plastisches Gestalten sowie pflegerische äußere Anwendungen wie Einreibungen und Wickel. Dieser Schwerpunkt macht die Abteilung zum größten integrativmedizinischen Zentrum für Kinder in Europa.  

 

Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2020/AB

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