Wer übernimmt die Kosten für eine Misteltherapie?

In Deutschland erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Misteltherapie mit den hier zugelassenen Präparaten abnobaVISCUM®, Helixor®, Iscador® und Iscucin® bei allen fortgeschrittenen, d.h. palliativen Erkrankungsstadien. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung auf Kassenrezept. Der Begriff "palliative Tumortherapie" bedeutet, dass die Krankheit nicht heilbar ist, wohl aber mit der Therapie erreicht werden kann,  die Symptome zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und möglichst auch die Überlebenszeit zu verlängern.

In einem früheren Stadium der Krebserkrankung können gesetzliche und private Krankenversicherungen die Kosten übernehmen, sie müssen es aber nicht. In Ausnahmefällen, um z. B. Nebenwirkungen wie das therapiebedingte Fatigue-Syndrom während oder nach der Chemotherapie abzumildern, können Mistelpräparate auf Kassenrezept verschrieben und erstattet werden.

In Österreich sind nur Helixor® und Iscador® zugelassen. In Österreich werden die Kosten für die dort verschreibungspflichtigen Präparate im palliativen Bereich und mit ausführlicher Begründung auch im adjuvanten Bereich je nach Krankenversicherung übernommen. Zudem besteht in Österreich für ein weiteres Mistelpräparat, Isorel®, eine sogenannte aufrechte Zulassung, sodass es dort aller Voraussicht nach ab Frühjahr 2021 wieder allgemein erhältlich sein wird. 

Auch in der Schweiz sind nur Helixor® und Iscador® zugelassen. Die Kosten für die dort verschreibungspflichtigen Mistelpräparate werden von der Grundversicherung übernommen, wenn sie ärztlich verordnet werden.

 

Letzte Aktualisierung: 13. November 2020/AT1

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