Mögliche Nebenwirkungen einer Misteltherapie

Eine Misteltherapie ist in der Regel gut verträglich. Unerwünschte Wirkungen treten nur selten auf. Am häufigsten kommt es zu einer Rötung der Haut an der Einstichstelle. Das ist jedoch keine unerwünschte, sondern eine quasi erwünschte Nebenwirkung! Zeigt sie doch an, dass das Immunsystem auf den Mistelextrakt reagiert. Genau das soll erreicht werden. 

Diese Rötung ist also bis zu einem Durchmesser von fünf Zentimetern unbedenklich und klingt in aller Regel von alleine wieder ab. Sie dient auch als Orientierung für die Dosierung des Mistelextrakts. 

Rötet sich die Stelle stärker und verhärtet sie gleichzeitig, ist die Dosierung des Mistelextrakts gegebenenfalls zu hoch gewählt. Auch wenn am Tag der Injektion die Körpertemperatur auf über 38 °C ansteigt oder Anzeichen von Abgeschlagenheit, Frösteln, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und kurzzeitige Schwindelgefühle auftreten, sind das Zeichen für eine wirksame, aber möglicherweise zu hohe Dosierung hin. Wird die Konzentration verringert, legen sich diese Beschwerden meist rasch wieder. 

 

Letzte Aktualisierung: 13. November 2020/AT1

Allergien auf Mistelextrakte kommen selten vor. Dennoch sind sie nicht ganz auszuschließen. Deshalb sollten die ersten Injektionen unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Bei der intravenösen Misteltherapie als Infusionen ist das immer erforderlich.

Die Lymphknoten in der Umgebung der Einstichstelle können leicht anschwellen. Auch das ist keine unerwünschte Reaktion, sondern zeigt lediglich, dass das Immunsystem aktiviert wird. Die Lymphknoten dienen als Speicher für zahlreiche Abwehrzellen. 

Wenn Sie sehr empfindlich auf Mistelextrakte reagieren, kann es ratsam sein, mit einem Präparat in sehr geringer Dosierung zu beginnen und die Dosis ganz langsam zu steigern, bis die erwünschten Reaktionen eintreten. 

Temperaturen bis 38 °C sind ebenfalls keine unerwünschten, sondern quasi erwünschte Wirkungen. Der Körper wird damit durchwärmt und gewinnt seine Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren, wieder zurück.

In der anthroposophischen Misteltherapie dienen alle diese Reaktionen dazu, die im Einzelfall optimale Dosis und das optimale Präparat zu finden. Es kann also sein, dass die Ärztin/der Arzt mehrere Präparate einsetzt, bis das für die Patientin/den Patienten richtige gefunden ist. 

Manchmal bilden sich an der Einstichstelle kleine Knubbel oder Knoten, weil sich die eingespritzte Flüssigkeit nicht so schnell im Gewebe verteilt. Das lässt sich vermeiden, wenn die Einstichstelle nach dem Herausziehen der Nadel mit einem Tupfer kreisförmig massiert wird. 

 

Letzte Aktualisierung: 13. November 2020/AT1

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