Mögliche Nebenwirkungen einer Misteltherapie

Eine Misteltherapie ist in aller Regel gut verträglich. Unerwünschte Wirkungen treten nur selten auf. Am häufigsten kommt es zu einer Rötung der Haut an der Einstichstelle. Das ist jedoch keine unerwünschte, sondern eine quasi erwünschte Nebenwirkung! Zeigt sie doch an, dass der Körper auf den Mistelextrakt mit einer leichten Entzündungsreaktion reagiert. Und das wiederum bedeutet: Das Immunsystem antwortet. Genau das soll erreicht werden. 

Diese Rötung ist also bis zu einem Durchmesser von fünf Zentimetern unbedenklich und klingt in aller Regel von alleine wieder ab. Sie dient auch als Orientierung für die Dosierung des Mistelextrakts. 

Rötet sich die Stelle stärker und verhärtet sie gleichzeitig, ist die Dosierung des Mistelextrakts gegebenenfalls zu hoch gewählt. Auch wenn am Tag der Injektion die Körpertemperatur auf über 38 °C ansteigt oder Anzeichen von Abgeschlagenheit, Frösteln, allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und kurzzeitige Schwindelgefühle auftreten, sind das Zeichen für eine wirksame, aber möglicherweise zu hohe Dosierung hin. Es sind keine Anzeichen einer Unverträglichkeitsreaktion! Wird die Konzentration verringert, legen sich diese Beschwerden meist rasch wieder. 

Allergien auf Mistelextrakte kommen selten vor. Dennoch sind sie nicht ganz auszuschließen. Deshalb sollten die ersten Mistelspritzen unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Bei intravenösen Mistelinfusionen ist das immer erforderlich.

Die Lymphknoten in der Umgebung der Einstichstelle können leicht anschwellen. Auch das ist keine unerwünschte Reaktion, sondern zeigt lediglich, dass das Immunsystem aktiviert wird. Die Lymphknoten dienen als Speicher für zahlreiche Abwehrzellen. 

Wenn Sie sehr empfindlich auf Mistelextrakte reagieren, kann es ratsam sein, mit einem Präparat in homöopathischer Verdünnung zu beginnen und die Dosis ganz langsam zu steigern, bis die erwünschten Reaktionen eintreten. 

Leichtes Fieber bis 38 °C ist ebenfalls keine unerwünschte, sondern eine quasi erwünschte Wirkung. Der Körper wird damit durchwärmt und gewinnt seine Fähigkeit, die Körpertemperatur zu regulieren, wieder zurück.

In der anthroposophischen Misteltherapie dienen alle diese Reaktionen dazu, die im Einzelfall optimale Dosis und das optimale Präparat zu finden. Es kann also sein, dass die Ärztin/der Arzt mehrere Präparate einsetzt, bis das individuell richtige gefunden ist. 

Manchmal bilden sich an der Einstichstelle kleine Knubbel oder Knoten, weil sich die eingespritzte Flüssigkeit nicht so schnell im Gewebe verteilt. Das lässt sich vermeiden, wenn die Einstichstelle nach dem Herausziehen der Nadel mit einem Tupfer kreisförmig massiert wird. 

Während einer Misteltherapie können sich Venenentzündungen oder Thrombosen verschlimmern. Dann sollte die Behandlung so lange unterbrochen werden, bis die Entzündung abgeklungen und die Thrombose verheilt ist. 

Schwangere und Stillende sollten sich einer Misteltherapie nur unter ärztlicher Kontrolle unterziehen. Es gibt allerdings keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung auf das Ungeborene oder den Säugling. 

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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