Komplementäre Verfahren in S3 Leitlinien, onkologische Patient*innen in Deutschland

Die aktuelle Melanom-Leitlinie schlussfolgert, dass „nach gründlicher Abwägung möglicher Risiken (Neben- und Wechselwirkungen) komplementäre Verfahren auf Wunsch des Patienten im Einzelfall gegeben werden“ können. [116]. 

Die Leitlinie zur Behandlung des Lungenkarzinoms benennt die Misteltherapie als komplementärmedizinisches Verfahren [248]. 

Die aktuelle Leitlinie für das Mammakarzinom geht davon aus, dass bis zu 64 Prozent der Patientinnen diese Art der komplementären Therapien anwenden und verweist hierbei auf eine Publikation von Horneber et al. [112]. 

Die Magenkarzinom-Leitlinie sagt, dass die „komplementäre Medizin auf dem Boden der Regeln der wissenschaftlichen Medizin steht und davon ausgeht, dass der Wirksamkeitsnachweis erbringbar ist und in Abstimmung mit der Schulmedizin ergänzend als integrative Therapien angewendet“ wird. Als Quelle benennt sie eine Publikation von Cramer et al. [115]. Demnach scheint eine fachlich fundierte Aufklärung über die komplementäre Therapie die Patient*innen-/Ärzt*innen-Beziehung zu stärken und zu einer gegenseitigen Offenheit zu führen [113, 114]. 

Die Melanom-Leitlinie sagt, dass eine schroff ablehnende Haltung des behandelnden Arztes/der Ärztin gegenüber der Anwendung komplementärmedizinischer Verfahren das Vertrauen in die Patient*innen-/Ärzt*innen-Beziehung schmälert, die Compliance vermindert und bis zum Therapieabbruch führen kann [120, 121, 122]. Es wird daher geraten, die komplementärmedizinische Behandlung durch onkologische Fachleute vornehmen zu lassen. Laut Leitlinie stellen diese komplementärmedizinischen Behandlungen eine ergänzende Methode dar zu aktiven antitumoralen und supportiven Therapien. Sie helfen den Patient*innen, selbstständig tätig zu werden.

 

Letzte Aktualisierung: 4. November 2019/AB

Go to Heaven