Die Misteltherapie beim Ovarial-Karzinom

Zur Misteltherapie bei Ovarial-Ca liegen zwei Studien vor: 

Darüber hinaus gibt es einen Fallbericht zu dieser Tumorart. 

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

Einfluss einer Langzeit-Misteltherapie auf Überlebenszeit und Selbstregulationsfähigkeit

Grossarth-Maticek und Ziegler 2007 [145]

Patientinnen und Methodik

Diese prospektive, kontrollierte Kohortenstudie im Matched-Pair-Design erfolgte im Rahmen einer umfangreichen epidemiologischen Langzeitstudie mit 10.226 Krebspatient*innen und untersuchte verschiedene Faktoren im Hinblick auf den Verlauf der Krebserkrankung. Die Therapie mit Mistelextrakten war einer der Faktoren, da 1.668 Patient*innen angegeben hatten, Mistelextrakte angewandt zu haben.

Getrennt nach Tumorentität wurde der Einfluss der Misteltherapie auf die psychosomatische Selbstregulation und die Überlebenszeit analysiert. Die Vergleichbarkeit der beiden Therapiegruppen (mit und ohne Misteltherapie) für die jeweilige Tumorentität wurde durch die Bildung von "Matched-Pairs" ermöglicht. Zur Bildung dieser Patientenpaare wurde bei der Aufnahme in die Studie geprüft, ob sie hinsichtlich der Kriterien Geschlecht, Alter, Diagnose, Jahr der Primärdiagnose, Stadium, Metastasierung, lokoregionäres Rezidiv, Vortherapie (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung, Hormontherapie) und Menopausenstatus übereinstimmten. Die beiden Patient*innen mit den geringsten Unterschieden in diesen Kriterien bildeten ein "Matched-Pair". 

Auf diese Weise wurden 910 Patientinnen mit Ovarialkarzinom analysiert, die eine Einwilligung gegeben hatten. Es wurden 363 Patientinnen ohne und 144 Patientinnen mit Misteltherapie identifiziert, die keine Fernmetastasen aufwiesen. Aus diesen 507 Patientinnen konnten wegen der strengen Paarbildungskriterien nur 75 Paare gebildet werden. Bei den Patientinnen mit Fernmetastasen erhielten 101 eine und 302 Patientinnen keine Misteltherapie. Aus diesen 403 Patientinnen konnten nur 62 Paare gebildet werden. Die Patientinnenpaare wurden in die Langzeit-Überlebenszeitanalyse dieser beiden nichtrandomisierten Kohortenstudien eingeschlossen. 

In einem weiteren Schritt wurden innerhalb der restlichen Patientinnengruppe ohne Misteltherapie nach denselben Kriterien Paare gebildet. Es wurden 21 Patientinnenpaare ohne Fernmetastasen und 20 Patientinnenpaare mit Fernmetastasen gebildet. Jedes Paar wurde einzeln randomisiert und einer der beiden Patientinnen eine Therapie mit dem Mistelextrakt Iscador® empfohlen, die vom behandelnden Arzt/der behandelnden Ärztin vorgenommen werden sollte. Auch diese Patientinnenpaare wurden in die Langzeit-Überlebenszeitanalyse dieser beiden randomisierten Studien eingeschlossen.

Ergebnisse

Die Patientinnen mit metastasiertem Ovarialkarzinom, die zusätzlich eine Misteltherapie erhielten, hatten eine signifikant längere Überlebenszeit als die Kontrollgruppe (p = 0,033). Im Gegensatz dazu wirkte sich die Misteltherapie bei den Patientinnen mit nichtmetastasiertem Ovarialkarzinom nicht signifikant auf das Gesamtüberleben aus (Hazard-Ratio, HR = 0,40 bzw. 0,33). 

In der nicht-randomisierten Matched-Pair-Studie zum Gesamtüberleben war bei den Patientinnen ohne Fernmetastasen das Hazard-Ratio 0,47 (p < 0,001); in der Studie bei den Patientinnen mit Fernmetastasen betrug das HR 0,62 (p = 0,077). Die Misteltherapie wirkte sich also positiv auf die Gesamtüberlebenszeit aus; das Ergebnis war in der Gruppe ohne Fernmetastasen sogar signifikant. 

In der randomisierten Matched-Pair-Studie zum Gesamtüberleben war bei den Patientinnen ohne Fernmetastasen das Hazard-Ratio 0,40 (p = 0,058); in der Studie mit Fernmetastasen betrug es 0,33 (p = 0,033), das heißt, es war jeweils zugunsten der Mistelgruppe und in der Gruppe mit Fernmetastasen signifikant. 

Die psychosomatische Selbstregulation verbesserte sich bei den Patientinnen in der Mistelgruppe innerhalb eines Jahres im Vergleich zur Kontrollgruppe ebenfalls signifikant (HR = 0,30; p = 0,026). 

Fazit

Mistelextrakte, die zusätzlich zur onkologischen Basisbehandlung verabreicht wurden, wirkten sich positiv auf die Überlebenszeit von Patientinnen mit Ovarialkarzinom aus. Ebenso nahm die psychosomatische Selbstregulation in der Mistelgruppe stärker zu als in der Kontrollgruppe.
 

Auswirkungen der ergänzenden Misteltherapie auf die Lebensqualität bei Patient*innen mit Mamma-, Ovarial- und nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom

Piao et al. 2004 [31]

Die Ergebnisse dieser Studie für die Patientinnen mit Ovarial-Karzinom werden im Abschnitt Mamma-Ca besprochen.  

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