Die Mistel beim hepatozellulären Karzinom

Remissionen und Teilremissionen durch einen Eschen-Mistelextrakt

Mabed et al. 2004 [147]

Patient*innen und Methodik

In diese in der onkologischen Abteilung der Mansoura-Universität in Ägypten durchgeführte Phase-II-Kohortenstudie wurden 23 Patient*innen (20 Männer, 3 Frauen) mit fortgeschrittenem primärem hepatozellulärem Karzinom eingeschlossen. Ihr Tumor war inoperabel, sie waren nicht für eine transkatheter-arterielle Chemoembolisation oder perkutane Ethanolinjektion in Frage gekommen, hatten keine systemische chemotherapeutische Vorbehandlung und ihre Tumorstatus war zweidimensional messbar. 

Sie erhielten einmal wöchentlich 2 Ampullen Viscum fraxini-2 s.c. (entsprechend abnobaVISCUM® Fraxini 20 mg, verdünnt auf 15 mg mit Dinatriumhydrogenphosphat). Der körperliche Befund und das Blutbild wurden wöchentlich kontrolliert, Nieren-, Leberwerte und α-Fetoprotein wurden alle vier Wochen, die Tumorgröße computertomographisch alle acht Wochen untersucht. 

Tumorremission und Nebenwirkungen wurden entsprechend der World Health Organization (WHO)-Kriterien erfasst. Der WHO Performance Status betrug bei 10 Patient*innen (44%) „1“, bei 7 Patient*innen (30%) „2“ und bei 6 Patient*innen (26%) „3“. Bei allen Patient*innen war die Krankheit bereits weit fortgeschritten. Die mediane Dauer der Misteltherapie betrug 17 (3 bis 152) Wochen.

Ergebnisse

Unter der Misteltherapie kam es zu 3 kompletten (13%) und 2 partiellen Remissionen (9%). Von den kompletten Remissionen wurde eine nach vier Monaten festgestellt; dieser Patient blieb weitere vier Monate tumorfrei. Die beiden weiteren kompletten Remissionen wurden nach sechs Monaten diagnostiziert; diese Patient*innen blieben bis zur Publikation der Studie tumorfrei, also 29 bzw. 38 Monate. Bei 9 Patient*innen (39%) blieb das Tumorwachstum progredient. 9 Patient*innen (39%) waren nicht auswertbar, da sie vorher verstorben waren.

Zum Zeitpunkt der Publikation des Berichts lebten noch drei Patient*innen (zwei mit kompletter Remission, ein Patient mit einem langsam progredienten Tumor). Das mediane Gesamtüberleben betrug 5 (2-38) Monate, 29 (12-38) Monate für die Patient*innen mit einer kompletten Remission und 6,5 (6-7) Monate für diejenigen mit einer partiellen Remission. Das mediane progressionsfreie Intervall lag für alle Patient*innen bei 2 (1-38) Monaten, bei den Patient*innen mit kompletter Remission bei 29 (8-38) Monaten und bei den Patient*innen mit partieller Remission bei 5 (4-6) Monaten.

Die Misteltherapie führte bei acht Patient*innen zu Fieber, bei drei zu einer lokalen Rötung und bei vier zu Schmerzen an der Injektionsstelle. Bei drei Patient*innen musste die Dosierung auf 1 Ampulle reduziert werden. Ein Patient benötigte Analgetika zur Behandlung der Rötung und Schmerzen an der Injektionsstelle. Die Therapie musste aber in keinem Fall aufgrund von Nebenwirkungen unterbrochen werden.

Fazit

In dieser Phase-II-Kohortenstudie kam es unter alleiniger Misteltherapie bei 22 Prozent der Patient*innen zu Remissionen mit tolerablen Nebenwirkungen. Das Ergebnis ist bemerkenswert, da auch unter konventionellen, nebenwirkungsbelasteten Therapien die Remissionsraten bei nur 10 bis 20 Prozent liegen.

Beachtenswert ist auch die lange Dauer bis zum Eintritt der kompletten Remission, was bedeutet, dass bei Studien zur Tumorremission unter Misteltherapie mindestens eine Beobachtungszeit von sechs Monaten eingeplant werden sollte.

Ebenfalls beachtenswert ist das lange krankheitsfreie Intervall nach einer kompletten Remission.

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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