Drei Fallberichte zum Einsatz der Misteltherapie beim Prostata-Ca

Kempenich 2009 [157]

Fall 1 Fall 2 Fall 3 Fazit zu allen drei Fällen

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

Fall 1

Diagnose und Therapie

Der zum Zeitpunkt der Diagnose 52-jährige Patient wurde im Juni 2006 wegen eines Prostataadenoms mittels transurethraler Resektion operiert, da er den vorgeschlagenen chirurgischen Eingriff einer radikalen Prostatektomie ablehnte. 

Histologisch wurde neben der adenomatösen Hypertrophie ein mittelgradig differenziertes Adenokarzinom (Gleason-Score 3+3) entdeckt. Die im August 2006 vorgenommene MRT-Untersuchung zeigte weder eine Überschreitung der Prostata-Kapsel noch Anzeichen einer Ausbreitung; die im Januar 2007 zur Kontrolle durchgeführte Knochenszintigraphie zeigte keine Knochenmetastasen.

Der PSA-Wert betrug vor der transurethralen Resektion 1,22 ng/ml und nach dem Eingriff 0,32 ng/ml; die klinische Untersuchung war ohne pathologischen Befund.

Bei der Rektaluntersuchung im November 2006 war allerdings ein Überbleibsel der resezierten Prostata zu tasten, und der behandelnde Hausarzt schlug dem Patienten eine Misteltherapie mit Iscucin® Popouli Potenzreihe II vor, das dreimal pro Woche s.c. gespritzt werden sollte. 

Krankheitsverlauf

Beim zweiten Besuch im April 2007 ging es dem Patienten gut, und er hatte die Behandlung gut vertragen. Die Iscucin®-Injektionen der Stärken E, F und G hatten eine entzündliche Reaktion um die Injektionsstelle herum ausgelöst. Ein allgemeines Wärmegefühl wurde als wohltuend empfunden. Der PSA-Wert betrug 0,44 ng/ml.

Die Beckensonographie im Mai 2007 war ohne Befund. Im September 2007 betrug der PSA-Wert 0,33 ng/ml. Die MRT-Untersuchung der Prostata im Juli 2007 zeigte keine verdächtigen Anomalien.

Im Januar 2008 betrug der PSA-Wert 0,45 ng/ml. Dem Patienten ging es nach wie vor gut. Die lokalen und allgemeinen Reaktionen der Misteltherapie bestanden fort, sodass die drei Injektionen pro Woche weitergeführt wurden.

Im Juni 2008 betrug der PSA-Wert 0,41 ng/ml. Die Sonographie vom November 2008 zeigte lediglich eine Restprostata von 14 g. Im Dezember 2008 betrug der PSA-Wert 0,42 ng/ml. Die am selben Tag durchgeführte MRT-Untersuchung blieb weiterhin ohne pathologischen Befund.

Fall 2

Diagnose und Therapie

Der 1955 geborene Patient stellte sich im Mai 2005 in der Praxis vor, um nach einer akuten Prostatitis, die antibiotisch behandelt wurde, seinen PSA-Wert bestimmen zu lassen. Er war auf 5,2 ng/ml erhöht. Bei einer Sonographie des Bauchraumes und des Beckens im Februar 2006 zeigte sich lediglich eine Hypertrophie der Prostata von 50 g. Die Rektaluntersuchung ergab ein kleines, ganz weiches Adenom (ca. 40 g). 

Ultraschallgestützte Stanzbiopsien, die ebenfalls im Februar 2006 vorgenommen wurden, zeigten ein gut differenziertes Adenokarzinom (Gleason-Score 2+3) im oberen Teil des rechten Lappens. Die MRT-Untersuchung zeigte weder einen eindeutigen Knoten, noch eine Überschreitung der Kapsel der Prostata, noch eine Beteiligung der Lymphknoten im Beckenbereich oder an der Aorta. Eine Knochenszintigraphie wurde nicht durchgeführt. 

Nach Rücksprache mit einem Urologen und einem Onkologen entschloss sich der Patient dazu, die radikale Prostatektomie, die ihm aufgrund seines jungen Lebensalters empfohlen worden war, ebensowenig durchführen zu lassen wie eine Strahlen- und Brachytherapie. In Übereinstimmung mit der onkologischen Abteilung wurde eine strikte medizinische Überwachung vereinbart unter der Auflage, einem chirurgischen Eingriff zuzustimmen, sobald ein Anstieg des PSA-Wertes gemessen würde. 

Der Patient wies einen guten Allgemeinzustand auf, seine Lebenssituation war aber schwierig. Er war kälteempfindlich, vertrug Hitze aber schlecht. Er schlief schlecht, litt unter Angstzuständen und fühlte sich müde, beinahe erschöpft. Im März 2006 empfahl ihm sein Hausarzt zunächst für zwei Monate eine Misteltherapie mit Iscucin® Populi Potenzreihe II, das er dreimal pro Woche s.c. injizieren sollte, mit einer Pause von einer Woche nach jeder Behandlungsserie mit 10 Ampullen. Außerdem erhielt der Patient eine Reihe weiterer Begleitmedikationen mit anthroposophischen Arzneimitteln wie Argentum nitricum D20, Arsenicum album D20 und Aurum metallicum praeparatum D5/Hypericum Auro cultum. 

Bei seinem Besuch im Juni 2006 war der PSA-Wert auf 3,5 ng/ml zurückgegangen. Die Behandlung wurde gut vertragen (bei allgemeinem Wärmegefühl und entzündlicher Reaktion an der Injektionsstelle).

Krankheitsverlauf

Die Misteltherapie mit drei subkutanen Injektionen pro Woche und einer Pause von einer Woche nach jeder Behandlungsserie von 10 Injektionen, wurde fortgesetzt. Die übrige Medikation blieb unverändert. Im September 2006 betrug der PSA-Wert 4,2 ng/ml. Die Behandlung wurde gut vertragen und auch die Rektaluntersuchung zeigte gleichbleibende Ergebnisse (ca. 40 g, keine Auffälligkeiten). 

Allerdings fühlte sich der Patient sehr niedergeschlagen. Er schlief schlecht, hatte oft Angstzustände und sagte, er sei depressiv. Daraufhin wurde die Medikation wie folgt angepasst: Iscucin® Populi Stärke G, 2 Injektionen s.c. wöchentlich (montags und donnerstags), Aurum D10/Ferrum sidereum D10, Skorodit D10, Argentum nitricum D30 und Berberis/Prostata comp.

Im Dezember 2006 war der PSA-Wert auf 3,6 ng/ml zurückgegangen. Dem Patienten ging es besser, er hatte weniger Angstzustände, er schlief besser und ihm war wärmer. Er zeigte nach wie vor eine 2 cm große entzündliche Reaktion an der Injektionsstelle des Mistelpräparats. 

Im Mai 2007 betrug der PSA-Wert 2,3 ng/ml, und dem Patienten ging es deutlich besser. Im Oktober 2007 zeigte sich der PSA-Wert bei 3,4 ng/ml stabil. Dem Patienten ging es weiterhin gut, sodass er die Behandlung abbrechen wollte. Es wurde ihm empfohlen, lediglich die Misteltherapie mit wöchentlich zwei Injektionen fortzusetzen und die übrige Behandlung zu beenden.

Die Konsultationen fanden nun in immer größeren Abständen statt. Im Mai 2008 betrug der PSA-Wert 4,0 ng/ml; dem Patienten ging es weiterhin gut und er war viel weniger kälteempfindlich. Im August 2008 erbrachte eine weitere PSA-Bestimmung einen Wert von 2,3 ng/ml. Im Januar 2009 stellte sich der Patient erneut vor. Es ging ihm nach wie vor gut bei einem PSA-Wert von 3,1 ng/ml und auch der Urologe, den er zwischenzeitlich wieder konsultiert hatte, hielt keine weiteren bildgebenden Untersuchungen für erforderlich, empfahl ihm aber, die Misteltherapie fortzusetzen.

Fall 3

Diagnose und Therapie

Bei dem 1941 geborenen Patienten wurde im Rahmen einer mit Antibiotika behandelten akuten Prostatitis im Februar 2002 ein erhöhter PSA-Wert von 13,6 ng/ml und ein Abfall des Verhältnisses freies PSA/Gesamt-PSA auf 0,05 festgestellt. Die rektale Untersuchung der Prostata zeigte einen kleinen verdächtigen Knoten links. 

Bei der im März 2003 durchgeführten ultraschallgestützten Prostatabiopsie zeigte sich ein infiltrierend wachsendes Adenokarzinom am linken Prostatalappen (Cleason-Score 3+4, T3aN0M0) in drei von fünf Biopsien auf der linken Seite. Im rechten Prostatalappen wurden keine Anomalien nachgewiesen. Die MRT-Untersuchung bestätigte den Verdacht auf einen Kapseldurchbruch in der Mitte des linken Lappens ohne Befall der Samenblasen und ohne Adenopathie. Die Knochenszintigraphie zeigte keine Anzeichen von Knochenmetastasen. 

Nach Rücksprache mit dem von ihm konsultierten Professor für Urologie der Universitätsklinik Straßburg wurden zunächst nur die Lymphknoten am Becken entfernt, die aber keinen malignen Befall aufwiesen. Da der Tumor die Kapsel bereits überschritten hatte, konnte keine radikale Prostatektomie durchgeführt werden. Stattdessen wurde von Juli bis September 2003 eine Bestrahlung der Prostataloge mit bis zu 50 Gy und der Prostata mit einem Boost bis 74 Gy vorgenommen. Außerdem wurde eine Hormontherapie mit Leuprorelin (alle drei Monate 1 Injektion) begonnen und über eine Gesamtdauer von zwei Jahren geplant. 

Der Patient stellte sich erstmalig im April 2003 bei uns vor. Er war sehr gut in Form, voller Vitalität, von eher untersetzter Statur und leicht übergewichtig. Er war nicht kälteempfindlich und litt auch nicht unter Hitzewallungen. Er hatte einen guten Schlaf, keinerlei Verdauungsprobleme und zeigte einen guten Appetit. Der klinische Befund war unauffällig bis auf einen leicht geblähten Unterleib. Bis auf den PSA-Wert waren alle Laborparameter normal.

Wir verordneten Iscador® Qu in ansteigender Dosierung bis auf 20 mg mit drei Injektionen wöchentlich und einer Woche Pause nach drei Wochen Therapie; Hepatodoron®, Lycoselen, Alkoxyl und Stibium metallicum praeparatum D3. 

Krankheitsverlauf

Beim zweiten Besuch im Juni 2003 berichtete der Patient über die gute Verträglichkeit der Behandlung. Es zeigte sich lediglich eine kleine entzündliche Verhärtung an der Injektionsstelle bei der höchsten Konzentration von Iscador® Qu (20 mg) und ein allgemeines Wärmegefühl am Abend der Injektion. Die Behandlung wurde somit fortgeführt und zur Vorbereitung auf die Strahlentherapie wurden zusätzlich jeweils zweimal täglich 5 Globuli X-Rays 9 CH und Radium bromatum 9 CH verabreicht. Außerdem erfolgte die Gabe von zweimal täglich 8 Globuli des potenzierten GnRH-Analogons Enantone 9 CH zur Vorbeugung unerwünschter Nebenwirkungen der Hormontherapie. 

Beim dritten Besuch im November 2003 berichtete der Patient, dass es ihm gut gehe und er weder Beschwerden beim Wasserlassen noch bei der Verdauung hätte. Vereinzelt traten Hitzewallungen auf (ca. einmal täglich). Bei der Rektaluntersuchung war die Prostata glatt, schmerzfrei und ohne verdächtige Knoten. Die PSA-Werte fielen immer weiter ab: 1,01 ng/ml im August 2003, 0,4 ng/ml im November 2003, 0,3 ng/ml im März 2004 und 0,25 ng/ml im September 2004. Dem Patienten ging es ausgezeichnet. Im September 2004 hatte er wieder eine lokale, entzündliche Reaktion an der Injektionsstelle, sodass die Misteltherapie in der gleichen Stärke fortgesetzt wurde. 

Im Januar 2005 betrug der PSA-Wert nur noch 0,07 ng/ml, sodass der Patient die Mistel- sowie die Hormontherapie beendete. Im Juli 2005 war der PSA-Wert wieder auf 0,25 ng/ml angestiegen und im Februar 2006 stellte sich der Patient wieder vor. Der PSA-Wert war auf 0,67 ng/ml gestiegen.

Bei einer im April 2006 durchgeführten MRT-Untersuchung zeigte sich eine neue Raumforderung im linken Lobus der Prostata zwischen dem Mittelteil und dem Apex. Bei der Knochenszintigraphie vom April 2006 wurden keine Metastasen gefunden. Das Rezidiv konnte weiterhin als T3aN0M0 klassifiziert werden. Im Mai 2006 betrug der PSA-Wert 0,72 ng/ml. 

Eine Behandlung durch hochintensiven fokussierten Ultraschall wurde vorgeschlagen, was der Patient aufgrund des Risikos von Komplikationen und unerwünschten Nebenwirkungen ablehnte. In Absprache mit dem von ihm konsultierten Professor für Urologie der Universitätsklinik Straßburg entschied sich der Patient zur Wiederaufnahme der Misteltherapie, aber gegen die Wiederaufnahme der Hormontherapie.

Da er während der 24 Monate vor dem Rezidiv mit Iscador® Qu behandelt worden war, wurde nun entschieden, den Wirtsbaum zu wechseln und ein Mistelpräparat eines anderen Herstellers zu verwenden. Im Juni 2006 wurde somit eine Behandlung mit Iscucin® Populi Potenzreihe II mit wöchentlich drei s.c. Injektion begonnen. Die Behandlung wurde gut vertragen und nach zwei Packungen der Potenzreihe II durch Iscucin® Populi Stärke H im gleichen Injektionsrhythmus abgelöst, wobei nach jeder Behandlungsserie eine Pause von einer Woche eingelegt wurde. Zusätzlich erfolgte eine Begleitbehandlung mit Lycoselen, Alkoxyl und Anagallis comp. 

Bei seinem Besuch in der Praxis im September 2006 konnte die gute Verträglichkeit der Behandlung bestätigt werden. Die Injektion löste eine lokale entzündliche Reaktion mit einem Durchmesser von rund 3 cm und ein allgemeines Wärmegefühl aus. Der PSA-Wert war auf 0,54 ng/ml gefallen. Auf Wunsch des Patienten wurden die PSA-Wert-Bestimmungen in größeren Abständen, alle vier bis sechs Monate, vorgenommen, die immer unauffällig waren (letzte Messung Januar 2009); auch die Rektaluntersuchungen zeigten bei jeder Visite eine Prostata ohne nachweisbare Anomalie. Die Reaktionen auf Iscucin® waren weiterhin positiv, verbunden mit entzündlichen Lokalreaktionen und einem allgemeinen Wärmegefühl. Nach fast dreijähriger Behandlung wurde eine vollständige Remission festgestellt.

Fazit zu allen drei Fallberichten

Diese drei Fälle weisen einige Parallelen auf, da alle drei Patienten trotz eindringlicher Empfehlung zur Aufnahme oder Fortsetzung der schulmedizinischen Therapien, diese abgelehnt haben (in zwei Fällen sofort, in einem Fall beim Rezidiv). Die drei Fälle zeigen zudem alle einen positiven Therapieverlauf unter einer Misteltherapie. Außer der erwünschten Lokalreaktion an der Injektionsstelle traten keine signifikanten Nebenwirkungen auf und die Lebensqualität konnte in allen Fällen verbessert oder erhalten werden.

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