Fallberichte zur Misteltherapie beim Pankreas-Ca

Tumorfreies Langzeit-Überleben durch FOLFIRINOX/Mitomycin, hochdosierten fieberinduzierenden Mistelextrakten und anschließender R0-Resektion

Werthmann et al. 2018 [156]

Diagnose und Therapie

Dieser Fallbericht betrifft einen 28-jährigen Patienten, der sich mit einem schmerzlosen Ikterus vorstellte. Es zeigte sich eine Obstruktion des Gallengangs, die bei fehlender Erhöhung der Tumormarker auf ein ampulläres Adenom als wahrscheinlichste Ursache zurückgeführt wurde. Sechs Monate später unterzog sich der Patient einer explorativen Laparotomie, die ein Adenokarzinom des Pankreaskopfes mit drei Lebermetastasen aufdeckte.

Als Teil eines palliativen Behandlungskonzeptes erhielt der Patient daraufhin eine Chemotherapie mit FOLFOX/Mitomycin (2 Behandlungen in einem Abstand von 7 Tagen) in Verbindung mit zusätzlichen integrativ-medizinischen Maßnahmen wie Hyperthermie, Vitamin D-, Zink- und Selensubstitution. 
Nach einem zweiten Chemotherapiezyklus, dieses Mal intensiviert nach dem FOLFIRINOX/Mitomycin-Protokoll, zeigte der CT-Scan eine Verkleinerung von zwei Lebermetastasen. Ergänzend bekam der Patient eine Misteltherapie mit AbnobaVISCUM® Fraxini, das sowohl s.c. als auch intratumoral verabreicht wurde, woraufhin er Fieber von 39,9 °C entwickelte, das er gut verkraftete. Die s.c. Misteltherapie wurde fortgesetzt, wobei der Patient einmal wöchentlich hochdosiertes Iscucin® salicis, Stärke H, und einmal wöchentlich stark verdünntes Iscucin® salicis, Stärke A, erhielt. Nach zwei Wochen beendete der Patient die Misteltherapie wegen starken Fieberreaktionen nach der höher dosierten Gabe von Iscucin® salicis, Stärke H, wobei auch mit dem stark verdünnten Mistelextrakt (Stärke A) eine Temperaturerhöhung von 1 °C eintrat. 

FOLFIRNOX/Mitomycin wurde in zwei weiteren Therapiezyklen verabreicht. Beim nachfolgenden CT-Scan konnten keine Lebermetastasen mehr nachgewiesen werden. Aufgrund dieses erfolgreichen Ansprechens auf die Behandlung entschied das Tumorboard, eine Resektion (R0) des Primärtumors und der Leberläsionen durchzuführen. 

Krankheitsverlauf

In der postoperativen Phase unterzog sich der Patient wegen einer komplizierten Pankreasfistel einer weiteren Laparotomie, erholte sich aber und wurde nach einem längeren Krankenhausaufenthalt entlassen. Acht Monate nach der Operation fühlte sich der Patient gesund und zeigte keine Einschränkungen in der Lebensqualität. Er blieb voll leistungsfähig und arbeitete weiter in seinem Beruf. 

Bei einer Nachuntersuchung 33 Monate nach der Erstdiagnose zeigte der Patient erhöhte Tumormarker, und es fanden sich Tumorzellen in aus dem Pankreasschwanz entnommenen Biopsien. Vor diesem Hintergrund wurde eine erneute Behandlung mit FOLFIRINOX/Mitomycin (2 Zyklen) und Hyperthermie durchgeführt, wovon der er sich erneut gut erholte. 

Um weiteren Rezidiven vorzubeugen, wurde eine vollständige Exstirpation des verbleibenden Pankreas inklusive der Milz vorgenommen. Der Patient weist auch 49 Monate nach Erstdiagnose einen guten Allgemeinzustand auf, seine Lebensqualität ist uneingeschränkt gut, und er kann wieder in Vollzeit in seinem Beruf arbeiten.

Fazit

In dem aktuellen Fallbericht wird das Langzeit-Überleben (49 Monate) eines Patienten mit einem zunächst inoperablen metastasierenden Pankreaskarzinom aufgezeigt. Nach der systemischen Behandlung zeigte er eine vollständige Regression der Lebermetastasen und konnte im Anschluss erfolgreich R0-resektiert werden. Die Chemotherapie umfasste 1 Zyklus FOLFOX/Mitomycin, 3 Zyklen FOLFIRINOX/Mitomycin sowie postoperativ nach erneutem Nachweis eines Pankreasschwanzrezidivs 2 Zyklen FOLFIRINOX/Mitomycin.

Nach den ersten beiden Chemotherapiezyklen erfolgte zusätzlich eine kurzzeitige hochdosierte intraläsionale und subkutane Misteltherapie, die zu starken immunologischen Reaktionen wie hohem Fieber führte. Die nach weiteren zwei Chemotherapiezyklen erreichte komplette Remission, die entgegen allen statistischen Erwartungen die chirurgische Behandlung des initial inoperablen Befundes ermöglichte, ist sehr wahrscheinlich auch auf diese zusätzliche Immunstimulation zurückzuführen [158]. 

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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