Fallberichte zur Misteltherapie beim Ovarial-Ca

Langfristiges tumorfreies Überleben durch adjuvante und Hochdosis-Chemotherapie in Verbindung mit einer Misteltherapie

Werthmann et al. 2019 [155]

Diagnose und Therapie

Bei diesem Fallbericht handelt es sich um eine 50-jährige prämenopausale Patientin mit einem hochgradig serösen epithelialen Ovarialkarzinom mit peritonealen, Nebennieren- und Lebermetastasen (FIGO Stadium IV). Der Tumor und die Metastasen wurden mittels zytoreduktiver Chirurgie operativ entfernt. Danach erhielt die Patientin eine adjuvante Chemotherapie mit sechs Zyklen Carboplatin und Cyclophosphamid. 

Nach Beendigung der Chemotherapie zeigte ein Computertomographie-Scan verdächtig erscheinende Lymphknoten in der Region des Pankreas, die in einer zweiten Operation entfernt und histologisch als Lymphknotenmetastasen des Primärtumors diagnostiziert wurden. Die Chemotherapie wurde daraufhin auf sechs Zyklen hochdosiertes Carboplatin und Paclitaxel umgestellt. Anschließend erhielt die Patientin noch eine autologe hämatopoetische Stammzelltransplantation (eine heute längst wieder verlassene Praxis). 

Bereits nach der Operation bekam die Patientin parallel zur adjuvanten und später zur Hochdosis-Chemotherapie dreimal wöchentlich Mistelinjektionen mit Viscum album Pini (Iscador® P), wobei die Dosis von 1 mg bis auf 20 mg gesteigert wurde. Nach Beendigung der Chemotherapien und nach der Stammzelltransplantation wurde auf Viscum album Mali (Iscador® M) gewechselt, das ebenfalls dreimal pro Woche in aufsteigender Dosierung von 1 mg bis 20 mg s.c. verabreicht wurde. Neben der Misteltherapie erhielt die Patientin noch weitere anthroposophische Arzneimittel wie Naja comp., Aurum D8 und Antimon arsenicosum D8 sowie verschiedene Nahrungsergänzungsmittel.

Krankheitsverlauf

Die Patientin vertrug sowohl die adjuvante als auch die Hochdosis-Chemotherapie gut und entwickelte keine Nebenwirkungen außer einer kurzen Übelkeit, die von selbst wieder verschwand. In den regelmäßigen Nachuntersuchungen gab es keine Anzeichen für ein Rezidiv oder einen anderen Tumor. Die Patientin ist seit nunmehr 20 Jahren tumorfrei, fühlt sich gesund und erfreut sich einer guten Lebensqualität. Sie spritzt weiterhin dreimal wöchentlich 20 mg Viscum album Mali (ab dem 3. Behandlungsjahr im Intervall zwei Monate Mistel, ein Monat Pause), zusätzlich zu anderen komplementären Maßnahmen. 

Fazit

Die Misteltherapie verringerte bei dieser Patientin die durch die Hochdosis-Chemotherapie bedingten Nebenwirkungen. Es besteht ein langes tumorfreies Überleben bei gleichzeitig gutem Gesundheitszustand mit keinerlei Einschränkungen. Aufgrund der schlechten Prognose beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom wird vermutet, dass die Misteltherapie zu diesem positiven Ergebnis beitragen konnte, sodass zukünftig weitere Fälle sorgfältig dokumentiert und publiziert werden sollten, um den positiven Einfluss der Misteltherapie auf diese Tumorart weiter zu untersuchen.

 

Letzte Aktualisierung: 4. September 2019/AB

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