Auf einen Blick 

Es gibt bisher nur wenige, vorwiegend ältere Studien zum Einsatz der Misteltherapie bei Lungenkrebs. Die daraus abzuleitenden Hinweise sprechen jedoch dafür, dass es positive Effekte gibt. 

Die Misteltherapie bei Lungenkrebs

Es liegen sowohl zum kleinzelligen wie zum nicht-kleinzelligen Bronchial-Karzinom einige Studien zum Einsatz der Misteltherapie vor, und zwar sowohl zur Anwendung als Spritze unter die Haut, wie auch in den Tumor hinein. Neben diversen Einzelfallberichten und retrospektiven Fallserien (nachträglich analysierte Daten) liegen insgesamt sieben kontrollierte Studien in verschiedenen Krankheitsstadien vor. 

Die wichtigste Studie stammt aus den 1960er und 70er Jahren von Prof. Dr. Georg Salzer, Wien. Er war einer der großen Chirurgen des 20. Jahrhunderts und hat die Misteltherapie seinerzeit gegen große Widerstände an den Wiener Krankenanstalten durchgesetzt und Studien initiiert. Leider scheiterte eine der wichtigsten Studien an der mangelnden Kooperationsbereitschaft von deutschen Kliniken. Die Zusammenarbeit mit diesen Häusern wäre notwendig gewesen, um eine ausreichende Fallzahl (500 Probanden) zu erhalten. So umfasst diese Studie nur 87 Patienten, die adjuvant, also nach der Erstbehandlung, auch eine Misteltherapie erhielten und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Daraus ergibt sich ein positiver Effekt, der aber aufgrund der kleinen Fallzahl nicht statistisch signifikant war. 

Außerdem gibt es fünf Studien zur Misteltherapie bei fortgeschrittenem Lungenkrebs bei gleichzeitiger palliativer Therapie bzw. Chemotherapie. Sie beschäftigten sich insbesondere mit der Frage, ob die Mistel die Lebensqualität verbessern oder eine Chemotherapie verträglicher machen kann. Für beides ergaben sich eindeutige Vorteile für eine Misteltherapie.

 

Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

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