Auf einen Blick

Fast alle Studien zur Misteltherapie bei Brustkrebs oder gynäkologischen Tumorerkrankungen zeigen einen mal mehr, mal weniger deutlichen Vorteil für die Mistel, sowohl hinsichtlich der Überlebenszeit als auch der Lebensqualität und der Abmilderung der Nebenwirkungen konventioneller Therapien (Chemo- und Strahlentherapie).

Quelle zu diesem Überblick 

Kienle GS et al: Viscum album L. Extracts in Breast and Gynaecological Cancers: 
A Systematic Review of Clinical and Preclinical Research

Journal of Experimental and Clinical Cancer Research 2009. 

 

Misteltherapie bei Brustkrebs 

Im Juni 2009 wurde eine Übersichtsarbeit über den Einsatz der Misteltherapie bei Brustkrebs und gynäkologischen Tumorerkrankungen (Gebärmutterhals-, Eierstock-, Gebärmutterkrebs) publiziert. Die Ergebnisse für den Einsatz bei Brustkrebs lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Es liegen neun randomisiert-kontrollierte Studien (randomised controlled trial = RCT) vor. 
  • Zwei davon zeigten einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten der Misteltherapie hinsichtlich der Überlebenszeit, die beiden anderen ergaben einen leichten positiven Trend für die Misteltherapie. Allerdings genügten diese Studien nicht den modernen Anforderungen. 
  • Weitere zwei nicht-randomisierte Studien ergaben einen eindeutigen Vorteil für die Mistel. 
  • Wenn die Misteltherapie mit konventionellen Therapiemaßnahmen kombiniert wurden, ging es den Frauen meist besser als ohne Mistel. 
  • Darüber hinaus zeigten 19 von 21 Studien, in denen es darum ging, die Lebensqualität zu verbessern und die Nebenwirkungen von Chemotherapie, Bestrahlung und Operation zu verringern, einen deutlichen Vorteil für die Misteltherapie, der meist auch statistisch signifikant war. 

 

Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

Blühende MistelzweigeÄrztin und Patientin im GesprächViele Patientinnen kommen für eine Misteltherapie ans Brustzentrum des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, das von Dr. Anette Voigt (links) geleitet wird.