Auf einen Blick

Bei den anthroposophischen Präparaten wird streng darauf geachtet, von welchem Wirtsbaum die Misteln stammen. Das ist auch am Präparatenamen erkennbar. Das phytotherapeutische Präparat Lektinol wird aus Pappelmisteln gewonnen. 

Fünf verschiedene Mittel

In Deutschland sind insgesamt fünf verschiedene Mistelpräparate erhältlich, vier davon aus der Anthroposophischen Medizin, eines aus der phytotherapeutischen Therapierichtung.

Gesamtextrakt

Alle Mistelpräparate – auch auf Mistellektin normierte oder standardisierte – sind Gesamtextrakte aus der ganzen Pflanze.

Zugelassene Arzneimittel

Mistelpräparate sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland zugelassene Arzneimittel.

Prozess-Standardisierung

Alle Mistel-Präparate sind auf den Prozess ihrer Herstellung standardisiert. Das bedeutet, dass das Mistelpräparat stets unter gleichbleibenden Bedingungen hergestellt wird. Dazu gehören die Erntezeit, die Erntetechnik, der Wirtsbaum, die Wahl der Mistelteile, das Mischungsverhältnis von Mistelstengeln, -blättern und -beeren, das Extraktionsverfahren, die Mischung von Sommer- und Wintersaft bzw. -extrakt in bestimmten Anteilen, das sterile Abfüllen in Ampullen, die Qualitätskontrolle des Endprodukts hinsichtlich seiner biologischen Aktivität sowie biologischer, chemischer und physikalischer Werte.Eine solche Prozess-Standardisierung gewährleistet eine weitgehend gleichbleibende Präparatequalität.

Präparate

In Deutschland sind insgesamt fünf verschiedene Mistelpräparate erhältlich, vier davon aus der Anthroposophischen Medizin: abnobaVISCUM, Helixor, Iscador und Iscucin. Das fünfte Präparat, Lektinol, gehört zur Pflanzenheilkunde (Phytotherapie).

Alle Präparate sind in ihrem Herstellungsprozess standardisiert („Prozess-Standardisierung“), um einen weitgehend gleich bleibenden Gehalt an Mistel-Inhaltsstoffen zu gewährleisten.

Die anthroposophischen Präprate und Lektinol unterscheiden sich in der Herstellung und in der Anwendung:

  • Für die anthroposophischen Präparate werden Misteln streng nach Wirtsbäumen getrennt. Von welchem Baum der Extrakt stammt, ist am Präparatenamen erkennbar. So steht der Buchstabe M für „malus“ (lat. = Apfelbaum), P für „pinus“ (lat. = Kiefer), A für „abies“ (lat. = Tanne), Qu für „quercus“ (lat. = Eiche), um nur die wichtigsten zu benennen. Sommer- und Winterernte sowie weibliche und männliche Pflanzen werden getrennt gesammelt, je nach Herstellerfirma mit unterschied- lichen Verfahren aufbereitet und später gemischt. Die Extrakte werden in Serien mit ansteigender Dosierung verabreicht, in Abhängigkeit von der Reaktion des Patienten. Die Misteltherapie mit anthroposophischen Präparaten ist deshalb immer sehr individuell und folgt keiner pauschalen Norm.
  • Bei Lektinol wird weder nach Wirtsbäumen noch nach Sommer- oder Winterernte unterschieden. Auch wird es nach einem stets gleichbleibenden Schema verabreicht.

Bei allen Mistelpräparaten handelt es sich um Gesamtextrakte aus der ganzen Pflanze. 

Anthroposophische Mistel-Präparate

Insgesamt stehen vier anthroposophische Mistelpräparate zur Verfügung (in alphabetischer Reihenfolge):

Sie sind in speziellen Serienpackungen in jeweils ansteigender Dosierung konfektioniert. Die Variationsbreite reicht von homöopathischen Verdünnungen (zum Beispiel D 30 bei abnobaVISCUM) bis zu hohen Konzentrationen wie beispielsweise 100 Milligramm (Extrakt aus 100 Milligramm Mistelfrischpflanze) bei HELIXOR

Teilweise wird die richtige Dosis bzw. das richtige Präparat nicht nur anhand der Rötung an der Einstichstelle, sondern auch an anderen körperlichen Reaktionen ermittelt, z. B. am Anstieg der Körpertemperatur, an einem Anstieg der Anzahl der Immunzellen im Blut oder einem verbesserten Allgemeinbefinden.

Von welchem Wirtsbaum der Mistelextrakt stammen soll, hängt von der Konstitution des Patienten und von der Krebsart ab. In der Therapie lässt sich beobachten, dass Misteln von verschiedenen Wirtsbäumen unterschiedliche Wirkungsschwerpunkte haben. Diese Unterschiede wurden in den vergangenen Jahren in der Anthroposophischen Medizin intensiv erforscht, mit dem Ergebnis, dass z.B. die Apfelbaummistel häufig bei Brust- und Unterleibskrebs, die Kiefernmistel bei Hautkrebs und Tumoren des Nervensystems angewandt wird.

Grundsätzlich können anthroposophische Mistelpräparate bei allen Tumorarten eingesetzt werden.

 

Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

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