Auf einen Blick

Mistelextrakt kann auch in Körperhöhlen wie Blase, Bauchhöhle oder in den Spalt zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleura) gespritzt werden. Dies ist möglicherweise sinnvoll, wenn der Tumor direkt dort wäscht (z.B. Blasenkrebs) oder wenn sich Krebszellen diffus in Flüssigkeits- ansammlungen befinden. Damit lässt sich die Anzahl der Krebszellen verringern bzw. das Tumorwachstum bremsen.

In Körperhöhlen einleiten

Mistelpräparate können auch in Körperhöhlen gegeben werden, wenn sich dort von Krebszellen durchsetzte Flüssigkeit angesammelt hat (Erguss, Aszites) oder der Tumor in einer Körperhöhle wächst, zum Beispiel in der Blase. Oft lässt sich mit einer solchen Anwendung die Anzahl der Krebszellen im Erguss deutlich verringern oder – z.B. bei Blasenkrebs – das Wachstum des Tumors bremsen.

Bevor Mistelextrakt direkt in eine Körperhöhle gespritzt werden kann, ist immer eine Einleitungsbehandlung mit Mistelspritzen unter die Haut erforderlich, um die Verträglichkeit zu testen und eine erste Immunantwort auszulösen.

Bei manchen Krebsarten, z.B. bei Brustkrebs, kann sich im fortgeschrittenen Stadium ein solcher Erguss im Hohlraum zwischen Lungen- und Rippenfell (Pleura) bilden. Er ist meist stark mit Krebszellen durchsetzt und kann die Atmung erheblich beeinträchtigen. Im Rahmen einer Punktion, bei der die Flüssigkeit (Exsudat) abgezogen wird, kann ein Teil dieser Flüssigkeit mit hoch konzentriertem Mistelextrakt versetzt und danach in den Pleuraspalt zurückgeleitet werden. Mit dieser Behandlung reduziert sich nicht nur die Anzahl der Krebszellen, sondern sie hat noch einen zusätzlichen positiven Effekt: Der Pleuraspalt verklebt, so dass sich nicht mehr so leicht ein Erguss bilden kann.

Eine solche “Pleurodese” wird auch bei einer konventionellen Behandlung gemacht, dann jedoch mit Antibiotika oder Zellgiften (Zytostatika), wie sie bei einer Chemotherapie verwendet werden. Dabei treten äußerst unangenehme Nebenwirkungen auf: die Behandlung ist meist extrem schmerzhaft. Im Gegensatz dazu verursacht eine Pleurodese mit Mistelextrakten kaum Schmerzen und ist ähnlich wirksam. In beiden Fällen ist der Effekt allerdings meist nur von begrenzter Dauer.

Da die Mistelpräparate für diese Anwendungsform bisher nicht zugelassen sind, erfolgt sie immer auf Verantwortung des behandelnden Arztes. In der Hand von erfahrenen Misteltherapeuten birgt sie jedoch kaum Risiken.


Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

Mistel mit SpinnwebenHauchzarte Spinnenfäden zwischen zwei Mistelzweigen.