Auf einen Blick

Wenn Mistelextrakt direkt in den Tumor hinein gespritzt wird, können seine giftigen Inhaltsstoffe die Krebszellen zerstören oder ihr Wachstum deutlich hemmen.

Nur bei Experten

Mistelextrakt direkt in den Tumor hinein zu spritzen, sollte ausgewiesenen Experten vorbehalten sein. Es besteht das Risiko, umgebendes gesundes Gewebe zu verletzen.

In den Tumor hinein spritzen

Wenn sich ein Tumor oder eine Metastase operativ nicht entfernen lässt, mit der Injektionsnadel jedoch erreichbar ist, können Mistelextrakte auch direkt in die Geschwulst hinein gespritzt werden. Die im Extrakt enthaltenen Mistellektine und Viscotoxine können die Krebszellen dann unmittelbar “vor Ort” zerstören. Zuvor sollte eine Einleitungsphase mit Mistelspritzen unter die Haut erfolgen.

Allerdings gibt es bisher nur wenige Studien über diese Applikationsform. In Einzelfällen ließ sich beobachten, dass Tumore dadurch vollkommen verschwinden können. Ein Risiko besteht darin, dass der Mistelextrakt nicht ausschließlich den Tumor trifft. Werden die ihn umgebenden gesunden Zellen getroffen, kann der Mistelextrakt dort heftige Entzündungen auslösen oder das Gewebe bis hin zur Nekrose schädigen. Auch deshalb sollte diese “intratumorale” Gabe nur von ausgewiesenen Mistelspezialisten vorgenommen werden.

Da die Mistelpräparate für diese Anwendungsform bisher nicht zugelassen sind, erfolgt sie immer auf Verantwortung des behandelnden Arztes.


Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

MisteltriebNahaufnahme eines Mistelblattes – wie eine Lanzette ist es geformt, mit glatter Oberfläche und glattem Rand.Ampullen mit Mistelextrakt von verschiedenen anthroposophischen Herstellern.