Auf einen Blick

Eine Misteltherapie kann auch bei Kindern erfolgen, wobei meist die gleichen Präparate eingesetzt werden wie bei Erwachsenen, aber häufig auch Misteltropfen, die über die Mundschleimhaut ins Blut aufgenommen werden. Die Misteltherapie kann dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern, eine Rückfall zu verhindern und die konventionelle Behandlung verträglicher zu machen.

Gute Erfahrungen

In der Abteilung für Kinderheilkunde am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke haben die Ärzte bereits seit Jahrzehnten gute Erfahrungen mit einer Misteltherapie bei krebskranken Kindern gemacht.

Buchtipp:
"Unser Kind hat Krebs – was können wir tun?"

So heißt ein Buch des Kinderonkologen Dr. Genn Kameda und der Medizinjournalistin Annette Bopp für Eltern krebskranker Kinder. Es zeigt, wie Eltern im Klinikalltag und zuhause ihr Kind sinnvoll begleiten können. Darüber hinaus werden die wesentlichen Fragen, die Eltern in dieser Situation stellen, aus der täglichen Praxis der Kinderonkologie kompetent beantwortet. Zahlreiche Berichte von Betroffenen bieten zusätzlich die Möglichkeit zu erfahren, wie andere Eltern mit der Situation umgegangen sind. 

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Die Misteltherapie bei Kindern

Grundsätzlich können Mistelpräparate auch bei Kindern angewandt werden. Lediglich der Hersteller von Lektinol rät bei Kindern unter zwölf Jahren aus Mangel an Erfahrung davon ab. Bei den anthroposophischen Mitteln wurden bei Kindern bisher keine nachteiligen Wirkungen einer Misteltherapie beobachtet.

Die häufigsten Krebsarten im Kindesalter sind Leukämien, Hirntumore, Tumore der Niere (Wilms-Tumor) und des sympathischen Nervensystems (Neuroblastom) sowie Lymphdrüsen- und Knochenkrebs. Bei all diesen Krankheiten kann eine Misteltherapie hilfreich sein. Es gibt aber nur wenige Kliniken, in denen sie von vornherein zusätzlich zur gegebenenfalls nötigen Chemotherapie oder anderen Behandlungsmethoden angeboten wird. Dies geschieht vorwiegend in den anthroposophischen Krankenhäusern. Auf die Behandlung von Kindern sind vor allem die pädiatrischen Abteilungen des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke oder der Filderklinik in Stuttgart spezialisiert sowie anthroposophische Kinderarztpraxen (z.B. in München, Adressen erhalten Sie über die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland).

Erfahrungsgemäß ist es sinnvoll, bei den im Kindesalter auftretenen Leukämien sehr niedrige Konzentrationen von Mistelextrakt einzusetzen (in homöopathischen Verdünnungen: D 10, D 20 oder D 30). Bei Tumoren in Niere, Knochen oder Lymphdrüsen sind eher die höher dosierten Präparate angebracht.

Wie bei Erwachsenen kann die Misteltherapie auch bei Kindern schon vor oder während der Chemotherapie beginnen. Sie kann die Lebensqualität verbessern, die Gefahr für Komplikationen und einen Rückfall verringern und dazu beitragen, dass sich die Kinder rascher von den Strapazen der konventionellen Behandlung erholen. Bei Jugendlichen wurde oft beobachtet, dass eine Misteltherapie die Individualität stärken kann.

Bei Kindern werden Mistelextrakte nicht nur gespritzt, sondern manchmal auch in Form von Tropfen verabreicht, wobei die Wirkstoffe über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Gerade bei kleinen Kindern sind die Schleimhäute noch sehr viel durchlässiger als bei Erwachsenen und die Resorption der Mistel somit durchaus möglich. Vor allem bei kindlichen Hirntumoren ist diese Applikation vielfach erprobt – mit positiven Ergebnissen. 

Die Behandlung sollte mindestens zwei bis fünf Jahre dauern, je nach Tumorart und -stadium gegebenenfalls auch länger.


Letzte Aktualisierung: 30. November 2015
Annette Bopp

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